Neue Bilder für die serie „Die Schönheit des Vergehens“

Wiesen-Glockenblumen (Blumenmalerei / Flower painting)Mit zwei neuen Bildern ergänzt Marieluise Bantel ihre Gemäldeserie „Die Schönheit des Vergehens“. Die Serie umfasst nun zwölf Bilder der Blumenmalerei.

Das eine Bild zeigt zwei verblühte Wiesen-Glockenblumen (Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm). Deren Blütenblätter haben zwar an Spannkraft eingebüßt, aber genau deshalb bieten sie interessante Formen dar, die an Tücher erinnern, die sich in weiche Falten legen. Auch die Farben haben im Zustand des Welkens der Pflanze eine neue Charakteristik gewonnen. Während die Stängel ihr sattes Grün beibehalten haben, scheint das verblassende Blau der Pflanzen geradezu aufzuleuchten.

Veilchen (Blumenmalerei) / Violet (Flower painting)Auch das zweite Bild widmet sich, der Thematik der Bildserie entsprechend, der stofflichen Vergänglichkeit. Die Blumenmalerei zeigt verwelkte Veilchen (Öl auf Leinwand, 60 x 80 cm), die im Übergang zum Vergehen in Form und Farbe an wahrhaftiger Schönheit zugewinnen. Üppige Blätter schaffen durch ihre vom Wandel geprägte Beschaffenheit Aufmerksamkeit. Die Blüten wirken wie Erzähler einer Geschichte, die nur deshalb in der Lage sind zu berichten, weil sie die Phase der Jugend hinter sich gelassen haben. Jeder Knick und jede Falte, die farbliche Kraft und der Schatten, den die Pflanzen werfen, sind Botschaften des Lebens und der Schönheit und wecken die Neugier des aufmerksamen Betrachters.

Alle Bilder der Serie „Die Schönheit des Vergehens“ sind Ölgemälde auf Leinwand. Die Gemäldeserie zeigt Pflanzen im letzten Abschnitt des Lebens. In der Phase des Vergehens entfalten Pflanzen ihre volle Schönheit in neuer Form – sie wandeln ihre Vitalität gegen zerbrechlichen Anmut. Dies inspirierte Frau Bantel zu ihren Bildern, mit denen sie den Begriff der Schönheit um die Dimension des Verfallens erweitert. Dies gibt den Bildern dieser Serie eine besondere Tiefe, die über das Gesehene hinausgeht, so wie es die Kunst verlangt.

BlumenmalereiDurch die gesellschaftliche Abkehr vom Thema der Vergänglichkeit des Lebens wird den meisten Menschen die Sicht auf all die Ausdruckskraft, Kraft und Pracht genommen, die im Übergang zu einem neuen Zustand liegt. Der Blick soll durch die Blumenmalerei dieser Serie aber auf das Vergehen gelenkt werden, damit sich damit befasst werden kann. Durch dieses Erfassen ergibt sich erst die Möglichkeit des Erkennens, dass das Vergehen eine besondere Schönheit trägt.

Dem Verfall entgegenblickend, begreift man, dass jede Abkehr von dieser Thematik nicht nur der Angst vor der Vergänglichkeit des Lebens geschuldet ist, sondern zugleich ein sich Verwehren vor dem Schönen ist. Insofern lassen die Bilder keine Ablenkungen zu. Schließlich besteht kein Bedarf an einem „drumherum“, das von der Schönheit ablenkt, die sich im Vergehen offenbart und unsere Erkenntnis wünscht. Das Alter und das Vergehen sind in ihrer Individualität einzigartig und makellos, ebenso wie die Erfahrung sammelnde Jugend. Dies zu erfassen ist eine mögliche Quintessenz, die sich aus diesem Arbeitsprojekt destillieren lässt.

Zwei Bilder aus der Serie „Die Schönheit des Vergehens“ wurden bereits prämiert. Die Bilder „Veränderung“ (zwei Hibiskusblütenblätter, Öl auf Leinwand, 80 x 120 cm) und „Vergehen“ (Schwertlilie, Öl auf Leinwand, 80 x 120 cm) wurden beim „Kunstpreis zum Aschermittwoch“ in Stuttgart zusammen mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

Die Serie wird um weitere Bilder fortgesetzt, an denen die Künstlerin bereits arbeitet.

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